Jede Abspaltung beginnt als lautlose Erschütterung. Wo der gesellschaftliche Konsens ein harmonisches, aber zunehmend erstarrtes Bild der Wirklichkeit einzufordern sucht, ziehen manche Menschen weiter, verlassen die Gemeinschaft der Konsenswilligen.Das Werk thematisiert den Moment der Abspaltung von der schützenden, doch nivellierenden Masse.

In der schichtweisen Überlagerung von sedimentierten Spuren, abrupten Brüchen und zeichnerisch freigelegten Konturen wird die Ambivalenz der Isolation spürbar. Die Abspaltung erscheint hier keineswegs nur als Verlust oder Entfremdung, sondern als notwendiger, fast archaischer Akt der Selbstbehauptung – der Preis für eine Gestalt, die sich dem formlosen Diktat der Übereinkunft verweigert.

Espresso, Tusche und Aquarellfarben auf Büttenpapier, 300 gsm, 75cm x 57cm